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Mit kalten Füßen stand ich lose im Oktober und schaute ein Fußballspiel, ohne dabei zu lieben. Noch einmal den Winter fühlen, riet ich mir, trank drei ostdeutschbillige Glühwein im Platikbecher und aß eine Bratwurst. Das war auch eine Art, auf Wiedersehen zu sagen. Eine von vielen.
30.10.07 23:25


Die Geschichte vom Wink des Schicksals mit drei unvermeidlichen literarischen Kitschphrasen/gedanken

Als ich aus Deutschland zurückkam, hatte sich auch das Gepäck verändert. Da ich es nicht für machbar wusste, mich meiner wieder voll deutschen Umgebung anzupassen, machte ich aus meinem 'neuen' Leben einen erträglich scheinenden Kompromiss. Ich heftete die abgewetzte Landkarte des Peloponnes halbiert gefaltet an die Wand neben dem Hochbett, indem ich die Faltkanten mit Zahnseidenbewegung irgendwie unter das an die Wand geschraubte Regal zwang, darüber ein paar Fotos von Ziegen, kargen Bergen und einem kitschigen Sonnenuntergang; ich hörte die griechische Musik, die ich besaß sowie die der Internetradios, ich trug das kleine Wörterbuch immer griffbereit bei mir und habe seitdem das große braune Schmuck-Kobolói am Rückspiegel baumeln. Jegliches Gebaumel am Rückspiegel kann meine Mum nicht leiden, doch meine Sturheit machte sich bezahlt. Dann kann man sie gar Durchsetzungsvermögen nennen.

Wochenlang glühkohlte ich von einem Tag zum nächsten, bis ich mich so weit daran gewöhnte, dass es mir erträglich vorkam. Weil alles irgendwann erträglich wird, wenn man es annimmt, und was anderes blieb mir sowieso nicht übrig. Also wartete ich. Und dachte nach. Vorvorgestern dachte ich wieder über den Koffer nach, den ich mir noch zulegen muss, ob es eben ein Koffer mit Rollen oder ein Trolli werden soll, ja, viele Tage schon beschäftigte mich immer wieder diese Frage. Wie das Ding aussehen und beschaffen sein soll, so dass es seine Aufgaben optimal erfüllt. Diese Hartschalenkoffer (mit Rollen) gefallen mir nun eigentlich nicht, aber einer ihrer Vorzüge gefiel mir, wenngleich relativ nutzlos, doch ziemlich. Dass man sie bemalen und beschreiben könnte nämlich. Da lag ich also grübelnd im Bett, irgendwann gegen zwei in der Nacht, und dachte über Hartschallenkoffer und Bemalungen nach. Ein schmucker Akt wäre das schon. Eine Seite könnte ich mit Überresten meiner Welt füllen, mit Bildern, Zitaten, Auszügen. Krixeleien. Die andere aber könnte ich bestiften lassen. Bloße Unterschriften der Menschen, die mir Nahe stehen, oder gar Worte, die sie mir mit auf die Reise geben möchten. Oder auf den Weg des Lebens (Kitschkotz2). Darüber dachte ich nach, als ich so wenige Minuten vor dem Einschlafen wachte. Ich verfing mich in einer Metapher. Das Unterschriften Sammeln auf einem Koffer erinnerte mich an ... wie man es bei teilweise Eingegipsten eben tut. Zum Beispiel solche mit einem gebrochenen Bein. Unfall, gebrochenes Bein, Gipsbein, Anmalen, Koffer, Anmalen, Gips, Gebrochen, Unfall. So ungefähr muss der Zug durch meine Nervenstränge gerauscht sein. Der Koffer war demnach mein Gips. Eingegipst war demnach das, was ich mit mir herumtrage, wenn ich reise, was ganz klar und erst recht im übertragenen Sinne nur mein bisschen Selbst sein kann, ein kleines Stück Leben, mein Herz. Mein gebrochenes Herz. Mein gebrochenes Herz, welches ich reisend im Koffer mit mir schleppe, eingegipst, im Gipskoffer, wo es zu genesen sucht. Ich dachte mich schlafend an dieser kitschigen Mehrdeutigkeit und fuhr mit einem Mal hoch, als neben mir etwas knirschend riss und ich japste noch erschrockener zurück, als ich im Halbdunkel tatsächlich etwas auf mich zurauschen sah. Ich glaube, ich hatte mich fast an meinem Herzschlag verschluckt. Es war die Landkarte, die sich am vom Bett entfernten Regalende gelöst und mit in den Raum greifenden Segeln auf mich zugeflogen kam. Da hing sie dann, einen halben Meter vor meinem Gesicht.

27.10.07 01:25


beschauliches interstadium im mantel vergifteter haut. zwischen bambi 2 und hostel. nur wasser und wirrung. nur ein mittwoch abend.
24.10.07 23:19


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